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.NET 8 Support endet am 10. November 2026: Was das für Ihre Azure Functions bedeutet

Ein Datum, zwei Fristen: Am 10. November 2026 endet der Support für .NET 8 und .NET 9 und zugleich für das In-Process-Modell von Azure Functions. Darauf müssen Sie jetzt achten.

Was sich am  10. November 2026 ändert

Der 10. November 2026 ist für viele Azure-Umgebungen ein mehrfacher Stichtag. An diesem Tag endet der Support für .NET 8, das im November 2023 als Long-Term-Support-Release erschienen ist und damit sein 36-monatiges Supportfenster ausschöpft. .NET 9 fällt auf denselben Tag: Als Standard-Term-Support-Release erhält es 24 Monate Support.

Hinzu kommt ein Punkt, der viele in der Praxis oft übersehen: Am gleichen Tag endet auch der Support für das  In-Process-Modell von Azure Functions. Wer C#-Functions noch in diesem Modell betreibt, hat also nicht nur ein Framework-Update vor sich, sondern einen Architekturwechsel.

Was am 11. November geschieht und was nicht

Zunächst die Entwarnung: Ihre Anwendungen hören nicht auf zu funktionieren. Apps auf Basis von .NET 8 oder .NET 9 laufen weiter, auch Ihre Azure Functions im In-Process-Modell werden nicht abgeschaltet.

Was wegfällt, ist der Schutz drumherum:

  • Keine Sicherheitsupdates mehr: Microsoft schließt entdeckte Schwachstellen für diese Versionen nicht mehr.

  • Keine Servicing-Updates: Bugfixes und Stabilitätsverbesserungen entfallen.

  • Kein technischer Support: Microsoft unterstützt Sie bei Problemen mit diesen Versionen nicht mehr.

Für regulierte Branchen und für alle, die Sicherheitsstandards vertraglich zugesichert haben, ist das der eigentliche Knackpunkt. Eine Anwendung, die läuft, aber keine Patches mehr erhält, ist im Audit schwer zu verteidigen, unabhängig davon, ob sie technisch funktioniert.

Das Ziel: .NET 10 auf dem Isolated-Worker-Modell

Microsoft empfiehlt den Wechsel auf .NET 10. Das ist die aktuelle LTS-Version, erschienen im November 2025, mit Support bis November 2028 und damit dem längsten verbleibenden Supportfenster. Für Azure Functions kommt die Modellfrage dazu. Technisch könnten Sie zunächst nur das Prozessmodell wechseln und auf .NET 8 im Isolated-Worker-Modell bleiben. Das hält die Migration schlank, endet aber am selben 10. November 2026, Sie müssten also sofort erneut upgraden. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Wenn Sie ohnehin anfassen müssen, fassen Sie einmal richtig an und gehen direkt auf .NET 10 im Isolated-Worker-Modell. Der Zwischenschritt lohnt sich nur bei sehr komplexen Functions Apps, in denen Sie Modellwechsel und Framework-Sprung bewusst getrennt testen wollen. Der Unterschied zwischen den Modellen erklärt, warum das kein reiner Versionssprung ist: Im In-Process-Modell läuft Ihr Code in derselben Laufzeit wie der Functions-Host, im Isolated-Worker-Modell in einem eigenen Prozess. Das entkoppelt Ihre Anwendung von der Host-Version und macht Abhängigkeitskonflikte beherrschbar. In der Umsetzung betrifft das die Projektdatei, den Einstiegspunkt über eine Program.cs, den Austausch sämtlicher Bindungs-Extensions gegen ihre Worker Gegenstücke und die Logging-Konfiguration, die teilweise von der host.json in den eigenen Code wandert. Planen Sie dafür echte Testzeit ein und nehmen Sie die neue Version über Deployment Slots live, damit Sie im Ernstfall zurückswappen können.

Was Sie jetzt tun sollten

Sie sind von .NET 8 bzw. 9 betroffen? Wir empfehlen Ihnen nun folgendes systematisches Vorgehen:

  1. Bestand aufnehmen: Welche Function Apps laufen noch im In-Process-Modell? Microsoft stellt dafür ein PowerShell-Skript bereit, das die betroffenen Apps auflistet. Denken Sie auch an .NET-8-Workloads jenseits von Functions: App Services, Container, Background-Jobs, Bibliotheken von Drittanbietern.

  2. Priorisieren: Was ist geschäftskritisch, was hat Compliance-Relevanz, was hängt an externen Schnittstellen? Diese Apps zuerst

  3. Zeitfenster planen: Rechnen Sie rückwärts vom 10. November 2026, inklusive Test-, Freigabe- und Change-Zyklen. Der Herbst 2026 ist erfahrungsgemäß kein guter Zeitpunkt für Freeze-Konflikte mit dem Jahresabschluss.

  4. Fremdsoftware klären: Stammt eine Anwendung von einem Dienstleister oder Softwarehersteller, fragen Sie jetzt nach einer .NET-10-Version. Diese Klärung dauert oft länger als die eigene Migration.

Handeln Sie jetzt – mit Unterstützung von HSO

Das Supportende von .NET 8 ist kein Notfall, aber eine Frist mit Vorlauf. Bei Azure Functions ist es mehr als ein Versionssprung. Wer den Bestand jetzt aufnimmt und die Migration auf .NET 10 im Isolated-Worker-Modell einplant, erledigt den Umbau einmal statt zweimal und geht ohne Sicherheitslücke in den November 2026.

Sie sind unsicher, welche Ihrer Workloads betroffen sind? 
Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns Ihre Azure-Landschaft gemeinsam an und priorisieren die notwendigen Schritte.

Nehmen Sie Kontakt auf lassen Sie sich zum .NET 8 Supportende beraten!

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