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  • Schneller – wozu? Eine schnellere Transformation reicht nicht aus

Eine schnellere Transformation reicht nicht.

Paul Jones
03 Okt., 2026

Warum Führungskräfte sich nicht mit kürzeren Zeitrahmen zufrieden geben sollten.

Jahrelang hat man Transformationsprogramme anhand von drei Kriterien bewertet: Budget, Zeit und Go-live-Termin.

Wie ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe, haben diese Kennzahlen nach und nach die eigentlichen Fragen verdrängt, die ERP-Initiativen beantworten sollten. Denn das eigentliche Ziel war immer eine messbare Verbesserung des Geschäfts: produktivere Teams, höhere Margen und bessere Entscheidungen.

Deshalb glaube ich, dass wir in eine interessantere Phase der Transformation eintreten. Bei einer KI-gestützten Umsetzung geht es nicht mehr darum, wie schnell die Implementierung erfolgen kann, sondern darum, wie schnell sich Geschäftsergebnisse verbessern lassen.

Welche Hürden KI beseitigt.

Das Meiste an Arbeit, das früher einen Projektplan füllte, ist jetzt verdichtet.

Workshops lassen sich heute aufzeichnen, transkribieren und anhand bewährter Branchenstandards auswerten. So entstehen fachliche und technische Spezifikationen, Konfigurationen, Entwicklungsschritte und Testfälle. Fachexperten prüfen die Ergebnisse, schärfen sie nach und entwickeln sie weiter. Viele der Aufgaben, die früher einen erheblichen Teil eines Projektplans ausmachten, sind heute deutlich schneller erledigt.

Einige der anspruchsvollsten Bereiche einer ERP-Einführung haben viel von ihrem Schrecken verloren. Das gilt für Dokumentation, Konfiguration, Entwicklung, Tests und Datenmigration. Unsere Erfahrungen mit KI-gestützter Umsetzung zeigen, dass sich Projektlaufzeiten um 20 bis 30 Prozent verkürzen lassen, perspektivisch sogar noch smehr. Entscheidend ist jedoch, dass Unternehmen dieses Potenzial nutzen. Dafür sind die richtigen Ressourcen, belastbare Daten und die Bereitschaft, neue KI-gestützte Delivery-Modelle einzusetzen wesentlich.

Noch wichtiger ist jedoch die Richtung, die dieses Modell einschlägt. Hier unterscheidet es sich grundlegend von vielen Ansätzen am Markt. Wir trainieren nicht nur Agenten. Unsere Agenten liefern kontinuierlich Erkenntnisse an die Teams zurück und erweitern das Wissen, auf dem Entscheidungen basieren. Die Verbindung aus menschlicher Expertise und agentengestützter Intelligenz beschleunigt nicht nur die Delivery. Sie verbessert die Qualität der Entscheidungen und hilft Unternehmen, messbare Geschäftsergebnisse schneller zu erzielen.

Schneller in welcher Hinsicht?

Meiner Einschätzung nach können wir die Lieferfristen heute je nach Kunde um 20 % bis 30 % verkürzen. Ja, „schneller“ ist also bereits Realität. Aber was am wichtigsten ist: Was bringt Ihnen diese Zeit? 

Wenn eine schnellere Implementierung lediglich das nachbildet, was Sie bereits hatten, stoßen Sie einfach nur früher auf dieselben Probleme. Ein Wechsel in die Cloud führt nicht automatisch auch zu Modernisierungen. Programme, die den Go-Live als Ziellinie betrachten, stoßen schnell wieder auf die alten Herausforderungen: chaotische Integrationen, mangelhafte Datenmigration und eine unzureichende Testabdeckung bremsen den Fortschritt. Geschwindigkeit allein reicht nicht. Sie hilft wenig, wenn die Richtung nicht stimmt oder unklar bleibt, wie sich die Lösung im laufenden Betrieb übergreifend steuern, nutzen und weiterentwickeln lässt.

Das KI-gestützte Bereitstellungsmodell von HSO nutzt diese Effizienzgewinne deshalb anders. Wir investieren die gewonnene Zeit in die Bereiche mit dem größten Einfluss auf den Geschäftserfolg: Architektur, Grundlagen und Optimierung.

KI allein kann weder den richtigen Projektumfang festlegen noch eine Lösung entwerfen, die berücksichtigt, wie ein Unternehmen heute und in Zukunft erfolgreich arbeiten kann. Genau diese Beratungsleistung schafft den größten Wert in Transformationsprogrammen: Geschäftsmodelle, Prozesse und Abläufe so weiterzuentwickeln, dass sie heute Ergebnisse liefern und morgen Wachstum unterstützen. Neu ist nicht die Bedeutung dieser Arbeit. Neu ist, dass unsere Teams mehr Zeit dafür haben und auf einer deutlich besseren Informationsgrundlage entscheiden.

Zeit, ERP wieder an Geschäftsergebnissen zu messen.

KI-Agenten rücken messbare Ergebnisse wieder in den Mittelpunkt der Diskussion. Nicht, weil sie Projekte nur beschleunigen, sondern weil sie erfahrenen Teams etwas Entscheidendes zurückgeben: Zeit für Verbesserungen und mehr Transparenz darüber, wo sie die größte Wirkung erzielen können.

Die Treiber erfolgreicher Transformation sind zurück.

Die Frage ist nur, wie man das anstellt. Ein kürzeres Projekt und einmalige Einsparungen können schnell verpuffen. Erfolgreicher ist ein Ansatz, der zwei Perspektiven verbindet: die Kennzahlen, die langfristig über den Geschäftserfolg entscheiden, und die Hebel, die sich kurzfristig umlegen lassen und unmittelbar Kosten senken oder Effizienz steigern. Jagen Sie nicht Dutzenden von KPIs hinterher. Konzentrieren Sie sich auf die fünf Kennzahlen, die Ihr Unternehmen am stärksten bremsen. Zum Beispiel im Order-to-Cash-Prozess oder beim Quartalsabschluss. Identifizieren Sie anschließend, wo eine Transformation mit den richtigen KI-Agenten spürbare Verbesserungen erzielen kann.

Sie müssen nicht mehr bis zum Go-Live warten.

Dieser „Quick-Hit“-Ansatz, beschleunigt durch KI-gestützte Umsetzung, bedeutet, dass Sie den Wert Ihrer Investition bereits während der Implementierung unter Beweis stellen können. Das bringt Sie weiter als eine Beschleunigung um der Beschleunigung willen. Genau wie veränderte Erwartungen.

Unsere Teams arbeiteten kürzlich mit einem nordischen Distributor zusammen, dessen ursprüngliche Anfrage ein einfacher ERP-Austausch war. Als wir uns mit dem CIO zusammensetzten, stellten wir gemeinsam fest, dass das Unternehmen vor allem mehr aus seinen Daten herausholen musste. Also haben wir die Arbeiten anders geordnet: Anstatt direkt mit dem ERP-Projekt zu starten, schufen wir zunächst mit eine Daten- und KI-Projekt eine zentrale und belastbare Datengrundlage. Darauf aufbauend führten wir produktionsreife Agenten ein, die manuelle Aufgaben unmittelbar reduzierten. Das Unternehmen erzielte bereits früh erste Ergebnisse. Das ERP-Programm folgte anschließend auf einer Grundlage, die ihren Wert bereits unter Beweis gestellt hatte.

Manche bezeichnen dies als „niedrig hängende Früchte“. Das mag sein. Für mich ist es einfach gute Beratung: die frühzeitige, wertschöpfende Maßnahme zu finden, die sich sofort rechnen, anstatt die Transformation als Selbstzweck zu betrachten.

Das Change Management nicht übergehen

Eine schnellere Delivery verlangt auch von der Kundenseite mehr.

Die Mitarbeitenden müssen verfügbar sein, um Zwischenergebnisse zu prüfen, Feedback zu geben und die Veränderungen in einem deutlich höheren Tempo mitzutragen. Akzeptanz und Veränderungsmanagement waren schon immer entscheidende Erfolgsfaktoren. Heute gilt das mehr denn je. Wer eine KI-orientierte Organisation aufbauen will, kommt daran nicht vorbei. Deshalb müssen Change Management und Transformation von Beginn an Hand in Hand laufen.

Geschwindigkeit ist nur der Anfang. Entscheidend ist, wofür Sie diese Geschwindigkeit nutzen und ob sie zu Ergebnissen führt, die einen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg leisten.

Im nächsten Beitrag zeige ich, wo Unternehmen mit KI-gestützter Delivery die größten Potenziale und welche vier Fragen Sie jedem Implementierungspartner stellen sollten, bevor Sie sich entscheiden.