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A‑Commerce: Warum KI zum neuen „Zugangspunkt“ im Handel wird

Was Händler jetzt tun müssen, um relevant zu bleiben

Der Handel steht an der Schwelle zur nächsten großen Veränderung. Diese wird nicht durch einen neuen Kanal oder schnellere E‑Commerce-Erlebnisse angetrieben, sondern durch eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise, wie Kaufentscheidungen getroffen werden. Immer häufiger werden Produkte innerhalb von KI-gestützten Konversationen gefunden, verglichen und gekauft, wobei intelligente Assistenten und Agenten im Namen der Konsumenten handeln.

International wird diese Entwicklung als Agentic Commerce oder A‑Commerce bezeichnet: ein Modell, in dem KI-Agenten nicht nur beraten, sondern auch aktiv Entscheidungen vorbereiten und Transaktionen ausführen. Große Technologieunternehmen, Marktanalysten und Händler sind sich einig: Dies ist kein Experiment mehr, sondern eine strukturelle Entwicklung, die das Spielfeld im Handel dauerhaft verändert.

Vom Klicken zur Konversation

Über viele Jahre hinweg war der „Zugangspunkt“ im Handel klar definiert: zunächst die Einkaufspassage, später die Website, dann übernahmen Suchmaschinen und Kategorieseiten eine zentrale Rolle. Wachstum wurde durch Traffic, Conversion-Optimierung und Funnel-Modelle erzielt.

Im A‑Commerce verschiebt sich dieser Zugangspunkt hin zu etwas grundlegend anderem: der Konversation.

Heute formulieren Konsumenten ihre Kaufabsicht in natürlicher Sprache – etwa:

„Ich suche eine robuste Lampe unter 150 €, die morgen geliefert wird.“

Ein KI-Assistent bewertet daraufhin in Echtzeit die verfügbaren Optionen auf Basis von Kontext, Präferenzen, Bewertungen, Verfügbarkeit und Lieferbedingungen. Das Ergebnis ist keine lange Liste, sondern eine begrenzte Auswahl fundierter Empfehlungen, auf deren Grundlage unmittelbar gehandelt werden kann.

Studien von Bain zeigen, dass bereits 30–45 % der Konsumenten generative KI für Recherche und Produktvergleich nutzen. McKinsey prognostiziert, dass Agentic Commerce bis 2030 ein Marktvolumen in Billionenhöhe erreichen könnte – insbesondere, da KI-Agenten bestehende digitale Infrastrukturen nutzen, Entscheidungen jedoch schneller und konsistenter treffen.

Microsoft: A‑Commerce wird konkret

Microsoft nimmt in dieser Entwicklung eine führende Rolle ein. Anfang 2026 kündigte Microsoft eine Reihe von agentenbasierten KI-Lösungen für den Handel an, basierend auf Copilot und Dynamics 365.

Copilot Checkout: Von der Intention zur Transaktion
Mit Copilot Checkout können Konsumenten Käufe direkt innerhalb der Copilot-Umgebung abschließen – ohne Weiterleitung in einen Online-Shop. Der Händler bleibt dabei der Merchant of Record, während Reibungsverluste im Kaufprozess nahezu vollständig entfallen. Konversation und Conversion fallen zusammen.

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Agenten entlang der gesamten Retail-Wertschöpfungskette

Darüber hinaus führt Microsoft agentenbasierte KI-Funktionalitäten für Merchandising, Marketing, Filialbetrieb und Fulfillment ein. Diese Agenten sind kontextbewusst und kombinieren interne sowie externe Signale, um Entscheidungen schneller vorzubereiten und umzusetzen.

Das Ergebnis ist ein Übergang von fragmentierten Prozessen hin zu einem integrierten, intelligenten Betriebsmodell im Handel.

Beispiele hierfür sind:
  • Personalisierte Shopping-Agenten für Beratung und Produktsuche im Dialog

  • Catalog Enrichment Agents zur automatischen Anreicherung und Strukturierung von Produktdaten

Store Operations Agents zur Unterstützung von Mitarbeitenden in Filialen in Echtzeit (z. B. bei Beständen, Richtlinien und Aufgaben)

All dies ist Teil von Microsofts übergeordneter Vision von „Commerce Anywhere“: nahtloser, kontextbasierter Handel über digitale, physische und konversationelle Touchpoints hinweg.

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Die zentrale Voraussetzung: agentenfähige Daten

Auch wenn A‑Commerce häufig mit Chatoberflächen assoziiert wird, ist die Realität umfassender. KI-Agenten funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie auf aktuelle, konsistente und maschinenlesbare Daten zugreifen können.

Für viele Händler stellt das eine Herausforderung dar:

Produktinformationen sind historisch für Filter und Kategorien aufgebaut, nicht für Konversationen

Preislogik, Verfügbarkeit, Lieferzusagen und Retourenbedingungen sind über mehrere Systeme verteilt

Microsoft adressiert diese Herausforderung und liefert gleichzeitig eine klare Richtung: Unternehmen, die in KI-gestützten Kaufmomenten sichtbar und verlässlich sein wollen, müssen in AI Engine Optimization (AEO) bzw. Generative Engine Optimization (GEO) investieren – also ihre Daten- und Angebotsstruktur gezielt für KI-Plattformen erschließen.

Kurz gesagt: KI verkauft nur das, was es versteht und validieren kann.

Was sich konkret für Händler verändert

  • 1

    Auffindbarkeit verändert sich

    SEO allein reicht nicht mehr aus. Händler müssen sicherstellen, dass ihr Sortiment sowohl in eigenen Systemen als auch auf Drittplattformen von KI-Agenten korrekt interpretiert wird.

  • 2

    Conversion verändert sich

    Der Checkout verlagert sich vom klassischen Warenkorb in die Konversation. Dafür sind robuste Integrationen mit Order-, Zahlungs- und Fulfillment-Prozessen erforderlich.

  • 3

    Merchandising wird Echtzeitgetrieben

    Konversationen liefern unmittelbare Signale zur Kaufabsicht. Diese beeinflussen Sortiment, Promotions und Inhalte in Echtzeit.

  • 4

    Produktdaten werden strategisch

    Datenqualität ist nicht länger eine reine IT-Aufgabe, sondern ein direkter Treiber für Umsatz. Automatisierung (z. B. durch Enrichment Agents) funktioniert nur auf einer soliden Governance-Basis.

  • 5

    Filialen werden augmentiert

    KI unterstützt Mitarbeitende mit Kontext, Insights und konkreten Handlungsempfehlungen – ein entscheidender Faktor in Zeiten von Fachkräftemangel.

Die Rolle von HSO: von der Strategie zu einsatzfähigen Agenten

HSO unterstützt Händler dabei, A‑Commerce nicht als Hype, sondern als konkrete Transformation auf der Microsoft-Plattform umzusetzen:

  1. Ein stabiles Retail-Backbone. HSO implementiert und optimiert Dynamics 365 for Retail als Single Source of Truth für Preise, Bestände, Bestellungen und Lieferkette – die Grundlage für zuverlässige Entscheidungen von KI-Agenten.

  2. Daten und Integration auf Agentenebene. API‑first Integrationen, Echtzeitverfügbarkeit und klare Governance stellen sicher, dass KI-Agenten sicher und konsistent arbeiten können.

  3. Gezielter Einsatz von Copilot Studio. HSO entwickelt und implementiert handelsspezifische Agenten (Shopping, Katalog, Operations) mit klaren Leitplanken, Monitoring und kontinuierlicher Optimierung.

Das Ergebnis: Handelsunternehmen sind agent-ready, ohne ihre Kernprozesse aus den Augen zu verlieren.

Priorisieren: klein starten, große Wirkung erzielen

A‑Commerce erfordert keinen „Big Bang“. HSO empfiehlt Händlern, mit eigenen konversationellen Erlebnissen zu starten, schnell zu lernen und diese Erkenntnisse in Daten und Prozesse zurückzuführen.


Ein typischer erster Schritt:

  • Eine Produktgruppe

  • Ein konversationeller Agent

  • Ein klarer Geschäfts-KPI (Umsatz, Retouren, Servicezeit)

    Darauf aufbauend schrittweise skalieren

Fazit

KI-Agenten verändern nicht nur, wie Konsumenten einkaufen, sondern auch, wer die Kontrolle über den Entscheidungszeitpunkt hat. Händler, die jetzt in Daten, Integration und agentengestützte Prozesse investieren, schaffen sich einen strukturellen Vorteil – sichtbar, messbar und skalierbar.

Mit den agentischen KI-Entwicklungen von Microsoft und der Retail-Expertise von HSO ist A‑Commerce keine Zukunftsvision mehr, sondern ein konkret umsetzbarer nächster Schritt.

Die entscheidende Frage lautet: Ist Ihr Unternehmen bereit, von KI gefunden, ausgewählt und als vertrauenswürdig eingestuft zu werden?

Werden Sie agent-ready.

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