Risiko und Widerstandsfähigkeit im Post-Lockdown-Zeitalter: So reduzieren Sie mit einer resilienten Lieferkette Ihr Risiko im Einzelhandel

25 Mai, 2022

Der Einzelhandel unterliegt nicht nur komplexen, internationalen Lieferketten-Systemen, deren Geschäftsabläufe sich über den gesamten Globus erstrecken, sondern ist auch abhängig von den sich ändernden Bedürfnissen und Vorlieben der Verbraucher, für die ein gehyptes Produkt manchmal über Nacht out wird. So gesehen war der Einzelhandel schon immer einem gewissen Risiko ausgesetzt, doch vor allem die vergangenen Jahre haben ein Ausmaß an Risiken aufgedeckt, das für die meisten nicht vorhersehbar war.

Dass Lockdowns das Onlineshopping angekurbelt haben, ist kein Geheimnis – schließlich wollen Kunden ihre Produkte günstig und schnell geliefert bekommen. Dieser Wandel hat vor allem bei den Unternehmen zu Problemen geführt, die mit Lieferengpässen zu kämpfen hatten, da leere Regale, steigende Preise und lange Lieferzeiten Kunden dazu veranlassten, anderswo einzukaufen. Mit der Aufhebung der Corona-Maßnahmen haben sich einige dieser erschwerenden Faktoren zwar wieder verflüchtigt, doch das veränderte Verbraucherverhalten und die auch heute noch anhaltenden Unterbrechungen in Lieferketten zwingen viele Einzelhändler dazu, ihre Lieferkettenstrategie zu überdenken.

Um Ihre Kunden auch weiterhin bestens bedienen zu können, muss Ihr Unternehmen flexibel genug sein, um sich an Kundenwünsche anzupassen. Hier kommen resiliente Lieferketten ins Spiel, denn mithilfe dieser können Sie Ihre bisherigen Kunden halten und neue dazugewinnen. Verfügen Sie über die Kontrolle, können Sie die Nachfrage vorhersagen, werden Retouren zu einem Hindernislauf und ist Third Party Logistics (3PL) das Allheilmittel? In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Sie sich anpassen müssen und wie Sie Ihre Kunden mithilfe einer effizienten, resilienten Lieferkette am besten bedienen können.

Sind Sie für die nächste Lieferkettenstörung vorbereitet?

Sie müssen in der Lage sein, Störungen in Ihrer Lieferkette entweder gänzlich zu vermeiden, oder sich schnell davon erholen können, wenn es einmal zu Problemen kommt – ganz egal, ob dafür ein Lockdown oder Personalmangel, ein im Suezkanal feststeckendes Containerschiff oder ein Krieg verantwortlich ist. Wahrscheinlich haben Sie aufgrund der Pandemie Ihre Geschäftspraktiken bereits angepasst. Doch sind Ihre Maßnahmen reaktiv oder sind sie proaktiv und erlauben Ihnen dadurch, dass Sie die nächste Störung als Chance nutzen können?

Für die Beantwortung dieser Frage müssen Sie Folgendes kennen:

  • Die Schwachstellen in Ihrer Lieferkette 
  • Wie viel Lagerbestand Sie benötigen
  • Wo sich Ihr Lagerbestand befindet
  • Wie Sie ein Produkt zu Ihrem Kunden bringen werden
  • Wie Sie mit Retouren umgehen
  • Was Ihre Wettbewerbsvorteile und Ineffizienzen sind

Nearshoring ist nicht immer die beste Lösung

Mit logistischen Turbulenzen aufgrund von Kriegen, Lockdowns und dem Klimawandel werden Sie sich auch in Zukunft noch beschäftigen müssen. Waren in der Nähe Ihres Standortes zu produzieren, bietet zwar mehr Sicherheit, ist aber in fast allen Fällen teurer. Hier kommt für viele das Nearshoring ins Spiel, doch das birgt das Risiko, dass Ihre derzeitigen Beziehungen zu Ihren First Tier Suppliern abreißen, während es meistens erhebliche Investitionen erfordert, um neue Produktionsstätten zu eröffnen. Ohne die vollständige Einbindung kann die Verlagerung Ihrer Zuliefererbasis im schlimmsten Fall die Komplexität erhöhen und Größenvorteile verringern. 

Was können Sie also tun, um dem entgegenzuwirken? Die Antwort: Bewerten Sie die Resilienz Ihrer First Tier Supplier. Treffen Sie mit ihnen bestimmte Vereinbarungen, um Flexibilität und Kontinuität in der Leistungserbringung zu gewährleisten. Sie können auch Daten anfordern, um Ihre Nachfrageprognose zu verbessern.

Da auch eine Lieferkette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied, müssen Sie sich vergewissern, dass auch Ihre First Tier Supplier ihre Zulieferer überprüfen und Aktionspläne mit ihnen umsetzen. Um zu verstehen, in welchen Bereichen die Resilienz verbessert werden muss, ist ein kooperativer Ansatz also zwingend notwendig.

Wie viel Lagerbestand benötigen Sie?

Sie müssen Ihre Kunden in- und auswendig kennen. Nur dann wissen Sie zu jeder Zeit, wie Ihr Lagerbestand aussehen muss. Herkömmliche Methoden erfordern die Interpretation und Analyse durch Menschen, um Algorithmen anzupassen – das kostet Zeit und menschliche Arbeitskraft, die die meisten Einzelhändler nicht haben. Investieren Sie daher in maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI), um Trends automatisch zu erkennen und über aktuelle Prognosen zu verfügen.

Prognostizieren Sie mithilfe von KI die zukünftige Nachfrage

Mithilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz können Sie riesige Datenmengen viel schneller verarbeiten, wodurch Sie schneller auf sich ändernde Absatzmuster reagieren und die Lagerbestände sowohl aus Kunden- als auch aus Unternehmenssicht verbessern können. Ein unternehmensweiter Überblick über den Lagerbedarf, die Transport- und Produktionsvorlaufzeiten, unterstützt durch KI und maschinelles Lernen, ermöglicht einen maßgeschneiderten Ansatz für Ihre Lagerbestände.

Sie müssen jederzeit wissen, was auf Lager ist

Seit der Aufhebung der Corona-Maßnahmen wird wieder vermehrt in Geschäften eingekauft. Allerdings sind die Kundenerwartungen an ein nahtloses, maßgeschneidertes Einkaufserlebnis – unabhängig vom Vertriebskanal – gestiegen. Ihre Website und Ihr Ladengeschäft sollten daher stets in der Lage sein, den Bestand und die Lieferzeit eines Produkts korrekt und in Echtzeit anzuzeigen.

„In einem Geschäft ist ein bestimmter Artikel nicht mehr verfügbar? Kein Problem – bestellen Sie es einfach online oder holen Sie es in einer anderen Filiale ab“ – diesen Service verlangen Kunden heutzutage.

Deshalb brauchen Sie eine durchgängige Transparenz in Ihrer gesamten Lieferkette und ein Distributed Order Management (verteilte Auftragsverwaltung), um Ihre Auftragsabwicklung zu maximieren und die Kundenerwartungen zu den geringstmöglichen Kosten zu erfüllen.

Mit einer Single Source of Truth erlangen Sie die Kontrolle über die Lagerbestände an all Ihren Standorten und wissen, was im Lager X vorrätig ist, wie viele Artikel sich in Ihren Filialen oder in der Produktion befinden und welche Verfallsdaten sie haben. Wenn Sie heute erfolgreich sein möchten, muss alles auf die vom Kunden erwartete und bestellte Nachfrage abgestimmt sein.

Bringen Sie Ihre Ware zum Kunden

Ihr Kunde möchte ein hochwertiges Produkt zum niedrigsten Preis und so schnell wie möglich geliefert bekommen. Sind Sie der Experte in Sachen Logistik und Lagerverwaltung, oder wäre es nicht besser, ein Third Party Logistics (3PL)-Unternehmen dafür zu beauftragen? Verschafft Ihnen die volle Kontrolle über Logistik und Lagerhaltung einen Wettbewerbsvorteil? Ein Third 3PL-Unternehmen kann Ihrer Lieferkette häufig zu mehr Widerstandskraft verhelfen.

Da Logistik das Kerngeschäft solcher Unternehmen ist, verfügen diese über das nötige Know-how, die neueste Technologie sowie einen skalierbaren Fuhrpark und Personal. Welche Vorteile die Zusammenarbeit mit einem solchen Dienstleister haben kann, hat COVID-19 besonders im internationalen Logistikbereich gezeigt. Wenn Sie sich jedoch für die Zusammenarbeit mit einem 3PL-Unternehmen entscheiden, müssen Ihre Systeme unbedingt miteinander verbunden sein, damit Sie die Kontrolle behalten.

Retouren: Umkehrung des Logistikmanagements

Etwa ein Viertel aller online bestellten Produkte werden zurückgegeben – eine kostspielige Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass die Reverse Supply Chain kostspielig und ineffizient ist. Daher führen immer mehr Online-Versandhäuser eine Gebühr für Online-Rücksendungen ein – so folgte 2022 Zara den Unternehmen Uniqlo und Next und erhebt seitdem eine Gebühr von 1,95 €. Zudem berechnen Unternehmen zunehmend auch die Kosten von Kunden, die Ware regelmäßig zurücksenden.

Um Rücksendungen zu reduzieren, müssen Sie wissen, warum Waren zurückgesandt werden und woher die Rücksendungen kommen. Hatten Klamotten die falsche Größe? Waren Artikel beschädigt? Sind fehlerhafte Informationen auf der Website Grund für die Retoure? Oder leiden Sie unter „Wardrobing“, einem Negativ-Trend, bei dem Kunden Kleidungsstücke bewusst nur für einen bestimmten Anlass wie eine Hochzeit bestellen und dann wieder zurücksenden?

Da Rücksendungen ein nicht zu verachtender Kostenfaktor sind, brauchen Sie eine Strategie wie Zara, Uniqlo und Next. Doch bloß, weil Sie eine Gebühr für Rücksendungen verlangen, heißt das noch lange nicht, dass Sie sich um Rücksendungen keine Gedanken mehr machen müssen. Oft schicken Kunden nämlich beschädigte Artikel zurück, was Sie vor die nächste Herausforderung stellt: Sollen Sie den Artikel neu verpacken und günstiger anbieten, oder liegt der Fehler bei einem Ihrer Lieferanten, was bedeutet, dass Sie diesen kontaktieren und eine Entschädigung einfordern müssen? In jedem Fall verlieren Sie Zeit und Geld.

Zudem müssen Sie wissen, was Retouren kosten und welche Strategie sich am meisten auszahlt. Diese Einblicke erhalten Sie mit Systemen, die Ihnen einen Überblick über die Retourenanzahl und -arten, die Kundengründe, ermittelte Kosten zur Verwaltung der Retouren und eine Lieferantenanalyse nach Retourenart bieten.

Fazit

Mithilfe einer resilienten Lieferkette können Sie Störungen kompensieren und besser auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren. Da der Kunde nach wie vor König ist, ist die Fähigkeit, agil auf Veränderungen zu reagieren, für Ihren Erfolg von größter Bedeutung. Unternehmen stehen heute vor einer riesigen Flut an Veränderungen, die der Wandel zum Online- und Hybrid-Shopping mit sich bringt. Dieser Wandel stellt Sie nicht nur vor neue Herausforderungen, sondern birgt auch Chancen. Mithilfe einer resilienten Lieferkette können Sie diese Veränderungen bewältigen und Ihren Kunden den Service bieten, den sie verlangen.

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