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Magischer ERP Quadrant für produktzentrische mittelgroße Unternehmen 

Während der Rezession erwies sich der ERP-Markt als stabil; es gab keine größeren Zusammenbrüche, die einen Einfluss auf die wichtigsten Marktteilnehmer gehabt hätten. Dieser „Magische Quadrant“ bewertet Produkte, die eine globale Präsenz haben und speziell auf produktzentrische mittelgroße Unternehmen mit ca. 50 Millionen bis zu 1 Milliarde USD Einkommen zugeschnitten sind.


17. Dezember 2010 - Gartner RAS Core Research Note G00205542

Was Sie wissen müssen:

Der Magische ERP Quadrant 2010 für produktzentrische mittelgroße Unternehmen zielt auf den Bedarf von produktzentrischen Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 100 und 999 und mit einem Jahreseinkommen von zwischen 50 Millionen und 1 Milliarde USD ab. (Bitte beachten Sie, dass dieser Magische Quadrant sich von seiner vorherigen Version, die 2009 veröffentlicht wurde, unterscheidet und Bereiche größerer Unternehmen mit einer zweistufigen ERP-Strategie nicht abdeckt.) Im Realfall kann die Anzahl der Mitarbeiter bis zu 10.000 betragen, abhängig von der Branche und geografischen Lage. Diese Unternehmen sind nicht unbedingt klein und simpel hinsichtlich ihres gesamten geschäftlichen Bedarfes. Sie haben begrenzte IT-Ressourcen und suchen nach ERP-Systemen, die ihre Differenzierungs-Geschäftsabläufe entsprechend gut unterstützen, mit tief gehender Funktionalität, jedoch in den nicht differenzierenden Geschäftsbereichen keinen wesentlichen Verwaltungsüberhang erfordern (d. h. die Systeme müssen die kompletten Systemkosten [TCO] und den Aufwand minimieren).
Dieser Markt ist groß und entwickelt, und viele der Lösungen, die in diesem Magischen Quadranten analysiert werden, gehen zurück auf Systeme, die bereits seit mehr als 10 Jahren auf dem Markt existieren. Doch Gartner ist der Ansicht, dass dieser Markt eine größere Modernisierung durchmacht, bei der etablierte Systeme mit tiefer Funktionalität, die auf älteren Technologien basieren, von moderneren und beweglicheren Systemen verdrängt werden. Diese neuen Systeme ermöglichen es den Nutzern, beweglicher auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren und schneller neue Geschäftsgelegenheiten zu ergreifen.

Die wichtigsten Veränderungen in diesem Markt seit der letzten Ausgabe dieses Magischen Quadranten beinhalten unter anderem:

Die Kunden beginnen, die überarbeiteten Benutzeroberflächen zu übernehmen. Diese bieten mehr rollenbasierte Konzepte, Personalisierung und Kooperationseigenschaften. Die verbesserte Handhabung, erweiterten Suchmöglichkeiten und besser integrierten Analysefunktionen sind maßgeblich bei der verstärkten Anwendung von ERP durch mehr Arten von Benutzern, z. B. jene, die nur ab-und-zu auf ein ERP-System zugreifen, um Informationen abzurufen bzw. geschäftliche Aktivitäten durchzuführen, die bisher manuell durchgeführt wurden.
Das Interesse an „Software als Service” (SaaS)-basierter ERP wächst, doch Gartner sieht bisher keinen großen Einsatz von Core-ERP. Die meisten Kunden, die für diese Studie befragt wurden, nutzen ERP-Lösungen weiterhin als ein „On-Site“-Modell, doch sie beginnen jetzt damit, dieses durch zusätzliche Lösungen in benachbarten Bereichen, wie CRM und Kooperation, zu erweitern. Um auf das wachsende Interesse zu reagieren, schaffen Vertreiber gehostete Angebote mit Abonnement-Modellen und Verwaltungsleistungen, die einige der Vorteile eines SaaS-ERP anbieten, doch nur eine kleine Anzahl von Vertreibern bietet „Multi-Tenant“-Lösungen (Multi-Mieter-Lösungen).

Viele Kunden haben berichtet, dass es nicht genügend gut ausgebildete und erfahrene Ressourcen für Consulting und Umsetzung gibt, was zu Problemen bei der ERP Implementierung oder bei Deployment-Projekten geführt hat. Um diese Situation zu verbessern, haben viele Vertreiber sich mehr darauf konzentriert, die Qualität ihrer Ressourcen und Kanäle zu verbessern. Anstatt nur technisches Können anzubieten, werden eine tiefere Branchenerfahrung, Erfahrung im Geschäftsconsulting und der Erwerb von Zertifizierungen zu wichtigen Abgrenzungsfaktoren.

Während die Modernisierung weiter vorangeht, ist Gartner zu dem Schluss gekommen, dass zwei Angebote derzeit als marktführend bezeichnet werden können: SAP Business All-in-One und Microsoft Dynamics AX:

Microsoft Dynamics AX ist speziell auf mittelgroße Organisationen ausgerichtet. Es bietet breite und robuste Funktionalitäten und liefert eine niedrige TCO (Komplettsystemkosten) über eine Integration mit anderen Microsoft-Produkten und -Technologien. Microsofts branchengerichtete Strategie für AX resultiert in einer starken Funktionalität, die von Microsofts internen Ressourcen entwickelt oder von langjährigen Partnern erworben wird. Microsoft verbessert kontinuierlich seine Vertreiberkanäle, die dabei mithelfen werden, die noch bestehenden Hindernisse bei der globalen Umsetzung zu überwinden. Und obwohl es keine Multi-Tenant-Saas-Version von AX gibt, werden partnerbasierte Hosting- und Abonnement-Modelle für Alternativen sorgen.

Es gibt 11 weitere Angebote in den Quadranten „Challenger“ (Herausforderer) und „Niche Player“ (Nischenanbieter). Einige dieser Angebote haben herausragende Funktionalitäten in bestimmten Teilen des Marktes. Es ist also empfehlenswert, diese Optionen zu überprüfen, da sie auf Ihre speziellen Anforderungen zutreffen könnten. Diese Angebote haben jedoch keine überzeugende Vision für eine Führung im Markt bzw. weisen andere kritische Herausforderungen auf, die in den einzelnen Produktzusammenfassungen detailliert beschrieben werden.

Gartners Methodik erlaubt den Lesern nicht, den Magischen Quadranten für eine Trendanalyse zu nutzen, um zu sehen, wie eine Lösung sich im Vergleich zu vergleichbaren Lösungen entwickelt hat, indem man sich einfach anschaut „wie der Punkt sich bewegt hat“. Stattdessen ist jeder Magische Quadrant eine Zeitpunkt-Analyse, die die aktuelle Situation beschreibt und analysiert. Dies trifft ganz besonders zu, wenn die Bewertungskriterien verändert wurden: Diese Version analysiert nicht die Fähigkeit des Produkts, als Zusatzlösung in einem zweistufigen ERP-Szenario zu dienen. Diese und einige andere Veränderungen machen es unmöglich, die Fortentwicklung eines Produktes durch einen Vergleich seiner aktuellen Position im Quadranten mit einer Position in der Vergangenheit nachzuverfolgen.

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